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Zuletzt aktualisiert: 18. April 2026 · 13 Min. Lesezeit · von Lars Sinsel

Shopify Plus B2B 2026: Nativer Wholesale-Kanal statt separatem Store

Shopify Plus B2B seit 2022: Company Profiles, Preislisten, Net-30 und B2B-Checkout nativ — kein separater Wholesale-Store mehr nötig. Setup in 30 Tagen, echte Praxiserfahrung.

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TL;DR: Vor 2022 war B2B auf Shopify ein Workaround-Projekt. Seit Shopify Plus B2B gibt es native Company Profiles, Preislisten, Net-30/60-Konditionen und einen echten B2B-Checkout — kein separater Wholesale-Store, keine Drittanbieter-App mehr notwendig.

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Was sich seit 2022 geändert hat

Vor 2022 war Shopify Plus B2B eine Kombination aus Workarounds:

  • Passwortgeschützter separater Wholesale-Store
  • Drittanbieter-Apps wie Bold Custom Pricing (€200–400/Monat)
  • Manuelle Draft Orders für B2B-Kunden
  • Preislisten über Discount-Codes gebaut

Das war teuer, fehleranfällig und skalierte schlecht.

Seit dem Shopify Plus B2B Release 2022 (und dem kontinuierlichen Ausbau 2023–2026) ist das anders. Alle wesentlichen B2B-Funktionen sind nativ in Shopify Plus integriert:

  • Company Profiles als eigenständige Entity
  • Preislisten pro Firmenkunde
  • Net Terms direkt im Checkout
  • Echter B2B-Checkout ohne Login-Tricks

Was noch in Entwicklung ist (Stand April 2026):

  • Erweiterte Angebotslegung (Quotes) — funktioniert, aber weniger ausgereift als dedizierte B2B-Plattformen
  • Sehr komplexe EDI-Integrationen — erfordern noch Custom-Entwicklung
  • Komplexe Multi-Währungs-B2B-Setups — machbar, aber aufwändig

Die 5 Kern-Features von Shopify Plus B2B

1. Company Profiles

Firmenkonten sind in Shopify Plus eine eigenständige Entity — getrennt von regulären Kundenkonten.

Jedes Company Profile enthält:

  • Firmenname und Rechnungsadresse
  • Mehrere Kontaktpersonen (Einkauf, Buchhaltung, Lager) mit individuellen Zugriffsrechten
  • Mehrere Lieferstandorte (Stores, Lager, Niederlassungen)
  • Zugewiesene Preisliste
  • Kreditlimit und Zahlungsbedingungen

Ein Unternehmen mit 5 Einkäufern an 3 Standorten verwaltet alles unter einem Company-Account — ohne separate Benutzerkonten pro Standort.

2. Kundenspezifische Preislisten

Price Lists sind das Herzstück des Shopify Plus B2B-Systems.

Jeder Company Account bekommt eine eigene Preisliste. Preislisten können:

  • Feste Rabatte auf alle Produkte (z.B. immer 20% unter Listenpreis)
  • Produktspezifische Preise (Produkt A: €12, Produkt B: €8)
  • Staffelpreise (1–9 Stück: €15, 10–49 Stück: €13, 50+: €11)
  • Währungsspezifische Preise für internationale B2B-Kunden

Preislisten werden automatisch angewendet sobald ein B2B-Kunde eingeloggt ist — kein manuelles Discount-Code-System.

3. Zahlungsbedingungen (Net Terms)

Net-30, Net-60 oder benutzerdefinierte Zahlungsziele direkt im Checkout.

Wie es funktioniert:

  • B2B-Kunde wählt “Auf Rechnung” im Checkout
  • Shopify erstellt die Bestellung ohne sofortige Zahlung
  • Fälligkeitsdatum wird automatisch berechnet
  • Zahlungserinnerungen können automatisiert werden (über Shopify Flow)

Kreditlimit pro Company Account konfigurierbar — Bestellungen über Limit werden blockiert oder zur Genehmigung weitergeleitet.

4. B2B-Checkout

Der B2B-Checkout unterscheidet sich vom normalen Checkout:

  • Kein anonymes Bestellen — Company Login erforderlich
  • Bestellreferenz des Kunden als Pflichtfeld
  • Mehrere Lieferadressen aus dem Company Profile auswählbar
  • Zahlungsbedingungen statt sofortiger Zahlungsabwicklung
  • Preislisten-Preise statt Listenpreise

Automatische Erkennung: Wenn ein Nutzer als Company-Kontakt eingeloggt ist, wechselt der Store automatisch in den B2B-Modus.

5. Draft Orders und Angebotslegung

Für Sales-Teams die Angebote im Namen des Kunden erstellen:

  • Draft Order direkt in Shopify Admin anlegen
  • Kundenspezifische Preise und Rabatte anwenden
  • Angebot per E-Mail direkt aus Shopify versenden
  • Kunde kann das Angebot online akzeptieren und bezahlen (oder auf Rechnung bestätigen)

B2B + B2C auf einem Store — So funktioniert das

Das ist die Frage die viele Händler am meisten beschäftigt: Müssen B2B- und B2C-Kunden getrennte Stores sehen?

Antwort: Nein — und das ist einer der größten Vorteile von Shopify Plus B2B.

Wie die Trennung funktioniert:

  • Normaler Besucher (nicht eingeloggt oder B2C-Account): sieht Listenpreise, normalen Checkout
  • B2B-Kontakt (eingeloggt): sieht Preislisten-Preise, B2B-Checkout-Optionen

Produktsichtbarkeit: Bestimmte Produkte können exklusiv für B2B-Kunden sichtbar gemacht werden — z.B. Großgebinde, OEM-Varianten, B2B-only Sortiment.

Empfehlung:

  • Gemeinsamer Store: Einfacher, empfohlen wenn B2B-Anteil unter 30% des Umsatzes
  • Separater B2B-Expansion-Store: Wenn Marke, UX oder Sortiment stark abweichen — oder wenn B2B-Kunden keine Listenpreise sehen sollen

Shopify Plus B2B vs. Konkurrenz (Kurzvergleich)

PlattformB2B-StärkeEinschränkung
Shopify PlusGut — native seit 2022, wächst schnellKomplex EDI, sehr tiefe Konfiguration
BigCommerce B2BSehr stark — längere B2B-HistorieGeringere App-Auswahl, weniger D2C-Stärke
Magento/Adobe CommerceEnterprise-B2B-FunktionsumfangHohe Betriebskosten, Entwicklerabhängig

Für Händler die bereits B2C auf Shopify machen: Shopify Plus B2B ist die richtige Wahl — kein Plattformwechsel, kein zweites System.

Praxisbeispiel: B2B-Store-Setup in 30 Tagen

Aus eigener Erfahrung bei der Umsetzung eines B2B-Kanals auf Shopify Plus:

Woche 1 — Fundament:

  • Company Profiles für bestehende B2B-Kunden anlegen
  • Preislisten für die wichtigsten Kundengruppen konfigurieren
  • Grundlegende Zahlungsbedingungen definieren

Woche 2 — Checkout und UX:

  • B2B-Checkout anpassen (Bestellreferenz-Feld, Zahlungsbedingungen aktivieren)
  • Lieferadressen für Company Profiles einpflegen
  • B2B-spezifische Produktsichtbarkeit konfigurieren

Woche 3 — Testing:

  • Test-Kunden aus dem Vertriebsteam einladen
  • Vollständigen Bestellprozess durchspielen
  • Edge Cases testen: Kreditlimit-Überschreitung, mehrere Lieferadressen

Woche 4 — Go-Live:

  • Bestehende B2B-Kunden per E-Mail einladen
  • Vertriebsteam auf Draft-Orders-Workflow schulen
  • Monitoring aufsetzen (B2B-Orders, Zahlungsfristen)
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FAQ

Kann ich mit Shopify Plus B2B und B2C gleichzeitig betreiben? Ja. Shopify Plus erlaubt B2B und B2C auf demselben Store. Eingeloggte B2B-Kontakte sehen Preislisten-Preise und den B2B-Checkout, anonyme Besucher und B2C-Kunden sehen normale Listenpreise.

Was kostet Shopify Plus B2B? B2B-Features sind in der Shopify Plus Lizenz (ab $2.300/Monat) enthalten — kein Aufpreis. Drittanbieter-Apps für sehr spezifische Erweiterungen können zusätzliche Kosten verursachen.

Brauche ich einen separaten Store für Wholesale? Nicht mehr. Mit Shopify Plus B2B seit 2022 können Wholesale-Kunden auf demselben Store bedient werden. Ein separater Wholesale-Store (als Expansion Store) ist nur bei stark unterschiedlichem Sortiment oder deutlich anderen Brand-Anforderungen sinnvoll.

Unterstützt Shopify Plus Staffelpreise? Ja. Über Price Lists können Staffelpreise pro Firmenkunde oder Kundengruppe hinterlegt werden — z.B. 10 Stück = 10% Rabatt, 50 Stück = 20% Rabatt. Konfigurierbar ohne Drittanbieter-App.

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