saasscout.de

Zuletzt aktualisiert: 27. März 2026 · 13 Min. Lesezeit · von Lars Sinsel

PrestaShop vs. Shopify 2026: Open Source vs. SaaS — der ehrliche Vergleich

PrestaShop oder Shopify 2026? Echte TCO-Kalkulation, DACH-Erfahrungen und eine klare Antwort: Wann PrestaShop noch Sinn macht — und wann du wechseln solltest.

Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision ohne Mehrkosten für dich.

Anzeige: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links kaufst, erhalten wir eine Provision — für dich ohne Mehrkosten. Unsere redaktionelle Bewertung bleibt davon unberührt.

PrestaShop vs. Shopify — Plattformvergleich 2026
Tool Score Preis
Top Shopify 8.5/10 ab 29$/Monat Testen
PrestaShop 6/10 kostenlos + Kosten

TL;DR: PrestaShop ist kein schlechtes System — es ist das falsche System für die meisten deutschen Händler 2026. Die Lizenzfreiheit klingt attraktiv, aber die versteckten Kosten (Hosting, Module, Agenturstunden) machen PrestaShop teurer als gedacht. Shopify gewinnt diesen Vergleich für 90% der DACH-Händler — klarer, als ich es vor drei Jahren noch gesagt hätte.

Shopify 3 Tage kostenlos testen →

PrestaShop im Überblick — Open-Source-Shop für Fortgeschrittene

PrestaShop wurde 2007 in Paris gegründet und ist bis heute eine der meistgenutzten Open-Source-E-Commerce-Plattformen Europas. Aktuell betreiben weltweit rund 300.000 Stores PrestaShop — davon ein überproportional hoher Anteil in Frankreich, Spanien und dem DACH-Raum.

Was PrestaShop von anderen Open-Source-Lösungen unterscheidet: Das System ist von Anfang an auf E-Commerce ausgelegt, nicht wie WooCommerce ein CMS-Plugin. PrestaShop hat native Multistore-Funktionalität, ein ausgereiftes Modul-System und eine aktive Community-Entwicklung. Version 8 (2022) brachte PHP 8-Unterstützung, PrestaShop 9 (2025) modernisierte die Architektur grundlegend.

Wo PrestaShop wirklich stark ist: Große Produktkataloge mit komplexen Attributen, B2B-Szenarien mit Kundengruppen und individuellen Preisen, und Shops die vollständige Kontrolle über jeden Aspekt des Codes benötigen.

Wo PrestaShop schwächelt: Alles rund um Setup, Wartung, DACH-Compliance und Support. Ich habe 2019 einen deutschen Großhändler mit 4.500 Produkten auf PrestaShop begleitet. Das System lief — aber die Agenturkosten für DSGVO-konforme Anpassungen, Klarna-Integration und DATEV-Anbindung haben das erste Jahr sechsstellig gemacht.

PrestaShop Kosten — die tatsächliche TCO

Die häufigste Fehleinschätzung: “PrestaShop ist kostenlos.” Die Software ist es. Der Betrieb nicht.

Hier ist eine realistische TCO-Kalkulation für einen mittleren deutschen PrestaShop-Store (ca. 500 Produkte, 50.000€ Jahresumsatz):

KostenartPrestaShop (monatlich)Shopify Basic (monatlich)
Plattformlizenz0 €29 €
Hosting (SSD, min. 2GB RAM)30–60 €inklusive
SSL-Zertifikat0–10 €inklusive
CDN (Cloudflare o.ä.)0–20 €inklusive
Must-have-Module (DSGVO, SEO, Performance)50–150 €
Äquivalente Shopify-Apps30–80 €
Transaktionsgebühren (Shopify Payments aktiv)0 €0 €
Wartung/Updates (eigene Zeit oder Agentur)2–5h/Monat~1h/Monat
Summe ohne Zeitkosten80–240 €59–109 €
Summe mit Zeitkosten (80€/h)240–640 €139–269 €

Meine Berechnung für einen realen Fall: Ein DACH-Händler mit 80.000€ Jahresumsatz, den ich 2023 beraten habe, zahlte für seinen PrestaShop-Store folgendes:

  • Managed Hosting bei Hetzner Cloud: 45€/Monat
  • PrestaShop-Agentur für Updates und Bugfixes: durchschnittlich 3 Stunden/Monat à 95€ = 285€
  • Module: Klarna (49€/Mo), DSGVO-Paket (39€/Mo einmalig amortisiert: ~3€/Mo), SEO-Modul (29€/Mo)
  • Gesamt: ~411€/Monat für denselben Funktionsumfang, den Shopify für ~89€/Monat bietet

Der Wechsel zu Shopify hat diesen Händler ~320€/Monat gespart — und gleichzeitig den technischen Aufwand auf nahezu null reduziert.

Für eine detaillierte Shopify-Kostenkalkulation empfehle ich unseren Shopify Kostenrechner — und den ausführlichen Artikel zu Shopify Kosten 2026.

Shopify vs. PrestaShop — die wichtigsten Unterschiede

Der fundamentale Unterschied ist kein Feature-Vergleich, sondern ein Philosophie-Vergleich:

PrestaShop: Du besitzt die Software, du kontrollierst alles, du bist für alles verantwortlich. Updates, Sicherheits-Patches, Hosting-Performance, DSGVO-Compliance — dein Problem.

Shopify: Du mietest einen Service. Shopify übernimmt Hosting, Updates, Sicherheit, PCI-DSS-Compliance. Du konzentrierst dich auf Verkaufen.

Die konkreten Unterschiede in der Praxis:

Einrichtungszeit: Shopify: 2–4 Stunden bis zum ersten Verkauf. PrestaShop: 1–3 Tage für jemanden mit Erfahrung, 1–3 Wochen für Einsteiger.

Apps vs. Module: Shopify App Store: 9.000+ Apps, viele kostenlos oder mit Free-Tier. PrestaShop Marketplace: ~4.000 Module, die meisten kostenpflichtig (Durchschnittspreis: 80–200€ einmalig oder monatlich).

Zahlungsarten DACH: Shopify Payments unterstützt SEPA, Klarna, Paypal und Apple Pay nativ ohne zusätzliche Module. PrestaShop braucht für jede Zahlungsart ein Modul — Klarna allein kostet 49€/Monat.

Support: Shopify bietet 24/7 Live-Chat und Phone-Support in allen Plänen. PrestaShop: Community-Forum, kostenpflichtige Ticket-Support-Pläne, oder eine Agentur.

Skalierung: Shopify skaliert automatisch — du zahlst nicht mehr wenn dein Traffic steigt. PrestaShop auf shared Hosting hat Performance-Grenzen; für high-traffic-Stores brauchst du dedizierte Server (100–500€/Monat).

PrestaShop Stärken: Flexibilität und echte Code-Kontrolle

Ich will PrestaShop nicht pauschal schlecht reden — das System hat genuine Stärken die in bestimmten Szenarien entscheidend sind.

Vollständige Anpassbarkeit: Kein Limit bei Themes, kein eingeschränktes Checkout-Template wie bei Shopify. Du kannst jeden Pixel, jeden Code-Pfad anpassen. Für Shops mit sehr speziellen UX-Anforderungen oder Branchen-spezifischen Flows ein echter Vorteil.

Keine Transaktionsgebühren: PrestaShop nimmt keine Provision auf Verkäufe. Bei Shopify mit Drittanbieter-Zahlern (nicht Shopify Payments) fallen 0,5–2% Transaktionsgebühren an. Für Shops mit Umsätzen über 500.000€/Jahr und komplexen Zahlungsszenarien kann das relevant werden.

Multistore nativ: Mehrere Storefronts aus einer Installation — ohne Aufpreis. Shopify braucht dafür Shopify Plus (ab 2.300$/Monat) oder mehrere Store-Subscriptions.

Keine Vendor Lock-in auf Datenebene: Du hast direkten Datenbankzugriff, kannst exportieren was du willst, kannst die Software auf eigener Infrastruktur hosten.

Starke B2B-Funktionen: Kundengruppen mit individuellen Preisen, Mindestbestellmengen, Net-30-Zahlungsbedingungen — PrestaShop 9 hat hier echte Enterprise-Features, die Shopify erst ab Plus oder mit teuren Apps bietet.

PrestaShop Schwächen: Technisches Know-how und kein Support

Hier bin ich ehrlich, auch wenn es unbequem ist.

Du brauchst PHP-Kenntnisse. Nicht für den Betrieb unter idealen Bedingungen — aber für alles was schiefläuft. Modul-Konflikte, Performance-Probleme, Upgrade-Fehler: PrestaShop verzeiht nichts. In unserem 2019er Projekt haben wir nach einem fehlgeschlagenen Update drei Tage Produktionsstörung erlebt. Bei Shopify wäre das unmöglich — Updates passieren automatisch und reibungslos.

DSGVO ist kein Plug-and-Play. PrestaShop ist eine französische Plattform, die deutschen Anforderungen (Cookie-Consent nach TTdsg, Impressumspflicht, Widerrufsbelehrung) sind nicht out-of-the-box erfüllt. Du brauchst Module und juristische Prüfung.

Das Modul-Ökosystem schrumpft. 2026 beobachte ich deutlich weniger neue Module als noch 2020. Viele Entwickler haben sich auf Shopify, WooCommerce oder Shopware konzentriert. Veraltete Module, inkompatible Versionen, fehlende Updates — das ist kein theoretisches Risiko, sondern Realität.

Performance-Management ist deine Aufgabe. PrestaShop-Stores auf schlechtem Hosting sind langsam. Sehr langsam. Wir haben Core Web Vitals von 45/100 auf Shops gesehen, die jahrelang “einfach so” liefen. Shopify liefert 90+ out-of-the-box.

Kein offizieller Support. PrestaShop bietet kostenpflichtige Support-Pläne ab 149€/Monat — für Enterprise-Kunden. Für den Rest: Community-Forum. Wenn dein Shop freitags um 17 Uhr nicht erreichbar ist, löst du das alleine (oder mit einer Agentur die Wochenend-Stundensätze berechnet).

Migration von PrestaShop zu Shopify — Aufwand & Kosten

Immer mehr PrestaShop-Betreiber wechseln zu Shopify. Das ist kein Zufall — und der Wechsel ist machbarer als die meisten befürchten.

Was migriert werden muss:

  • Produktkatalog (inkl. Varianten, Bilder, Metadaten)
  • Kundendaten (DSGVO-konform — nur mit explizitem Consent)
  • Bestellhistorie (für Buchhaltung)
  • SEO-Daten (Meta-Titles, Descriptions, URL-Struktur)
  • 301-Redirects (kritisch für SEO)

Empfohlenes Tool: LitExtension (ab 149€ für Standard-Migration). Migriert Produkte, Kunden und Bestellungen automatisch. Dauer: 4–24 Stunden je nach Katalog-Größe.

Zeitaufwand gesamt: 2–5 Tage für einen erfahrenen Shopify-Einrichter. Dazu:

  • 1 Tag: Shopify-Store einrichten, Theme anpassen
  • 4–24 Stunden: LitExtension-Migration durchführen
  • 1 Tag: SEO-Daten übertragen, 301-Redirects einrichten
  • 0,5 Tage: Tests, Zahlungsarten einrichten

Gesamtkosten bei Eigenarbeit: 150–300€ (LitExtension + Domain). Bei Agentur: 1.500–3.000€.

Wichtig für die SEO-Kontinuität: PrestaShop verwendet URL-Strukturen wie /module/onsiteblog/category/... oder /kategorie/produkt-name.html. Shopify nutzt /products/produkt-name. Alle alten URLs müssen mit 301-Redirects auf die neuen Ziele umgeleitet werden — sonst verlierst du Ranking-Signale. Die Shopify-App “Simple Redirects” ist kostenlos und reicht für die meisten Migrationen.

Unser detaillierter Guide zum Shopify Migration erklärt den gesamten Prozess Schritt für Schritt.

Für wen ist PrestaShop noch sinnvoll?

Ich empfehle PrestaShop 2026 in genau drei Szenarien:

1. Ihr Shop läuft gut auf PrestaShop und der Wechselaufwand überwiegt den Nutzen. Wenn dein PrestaShop-Store profitabel läuft, stabil ist, und du mit den Kosten zufrieden bist — lass ihn laufen. Eine Migration um der Migration willen macht keinen Sinn.

2. Du brauchst echte Code-Kontrolle über den gesamten Stack. Für spezifische Industrie-Anwendungen (z.B. hochregulierte Branchen, starke ERP-Anforderungen, proprietäre Pricing-Logiken) kann Shopifys eingeschränktes Checkout-System zum Problem werden. Wenn du PHP-Entwickler im Team hast und Open Source ein strategischer Vorteil ist — PrestaShop.

3. Großer B2B-Katalog, Multistore ohne Plus-Budget. Wenn du 10+ Storefronts betreibst und Shopify Plus (ab 2.300$/Monat) zu teuer ist, kann PrestaShop die günstigere Alternative sein. Vorausgesetzt, du hast die technischen Ressourcen.

Für alle anderen gilt: Shopify. Besonders wenn du neu anfängst, wenn dein Team keine PHP-Entwickler hat, wenn du schnell skalieren willst, oder wenn du DACH-Compliance ohne Agentur lösen willst.

Die beste Shopify Alternative im Überblick — falls Shopify aus anderen Gründen nicht passt.


Fazit: PrestaShop vs. Shopify — mein Urteil

Ich habe PrestaShop seit 2009 verfolgt. Es war eine Revolution als es erschien — E-Commerce ohne Enterprise-Budget. Heute, 2026, hat sich die Welt verändert.

Shopify kostet 29$ im Monat. Dafür bekommst du Hosting, Support, Sicherheit, automatische Updates, DSGVO-konformes Payment und Zugang zu 9.000 Apps. PrestaShop ist “kostenlos” — und lässt dich dieselben Themen selbst lösen.

Meine klare Empfehlung: Shopify für jeden, der sich auf sein Geschäft konzentrieren will statt auf seine Infrastruktur. PrestaShop für Entwickler und Unternehmen die technische Kontrolle über Compliance-Anforderungen stellen.

Wenn du gerade entscheidest und dir unsicher bist: Teste Shopify 3 Tage kostenlos. Richte einen Store ein. Wenn du nach einem Tag merkst, dass dir die Kontrolle fehlt — dann bist du wahrscheinlich ein PrestaShop-User. Die meisten merken das Gegenteil.

Shopify 3 Tage kostenlos testen — kein Kreditkarte nötig →

FAQ: PrestaShop vs. Shopify

Ist PrestaShop kostenlos?

Die Software selbst ist Open Source und kostenlos. Aber ein produktiver PrestaShop-Store kostet Geld: Hosting (30–80€/Monat für vernünftige Performance), ein professionelles Theme (100–300€ einmalig), notwendige Module (50–200€/Monat), und bei technischen Problemen eine Agentur (80–120€/Stunde). Die Total Cost of Ownership liegt realistisch bei 150–500€/Monat — ohne eigene Arbeitszeit.

Was kostet PrestaShop im Vergleich zu Shopify wirklich?

PrestaShop: Hosting 30–80€ + Module 50–200€ + Theme-Amortisierung + Wartungszeit = 150–500€/Monat. Shopify Basic: 29€/Monat Plattform + Apps 30–80€/Monat = 59–109€/Monat. Bei kleinen Shops unter 5.000€/Monat Umsatz kann PrestaShop ohne Zeitkosten günstiger sein — bei ehrlicher Kalkulation inklusive Arbeitszeit ist Shopify für die meisten günstiger.

Ist PrestaShop noch zeitgemäß?

Für spezifische Anwendungsfälle ja — vor allem große B2B-Kataloge, vollständige Code-Kontrolle, oder Shops die bereits tief in PrestaShop-Infrastruktur investiert haben. Als Einstiegsplattform 2026 nein: PrestaShop 9 ist technisch solide, aber das Ökosystem schrumpft, DACH-spezifische Module sind teuer, und der Supportaufwand übersteigt den der modernen SaaS-Alternativen.

Wie wechsle ich von PrestaShop zu Shopify?

Mit Migrations-Tools wie LitExtension (ab 149€) können Produkte, Kunden und Bestellhistorie automatisch übertragen werden. Dauer: 2–5 Arbeitstage. Wichtig: 301-Redirects für alle alten URLs einrichten, SEO-Daten (Meta-Titles, Descriptions) manuell übertragen, und Payment-Integration neu aufsetzen. Unser Shopify-Migrations-Guide erklärt den Prozess im Detail.

Newsletter

Die besten Tool-Deals & Reviews direkt ins Postfach

Kein Spam. Nur relevante Updates wenn sich etwas wirklich lohnt. Double-Opt-In, jederzeit abbestellbar.

Double-Opt-In. Datenschutz gemäß DSGVO.