Zuletzt aktualisiert: 27. März 2026 · 12 Min. Lesezeit · von Lars Sinsel
BigCommerce Test 2026: Die Enterprise-Alternative zu Shopify im Test
BigCommerce Erfahrungen 2026: Alle Tarife, echte Stärken und Schwächen, DACH-Tauglichkeit. Plus: warum wir trotzdem Shopify empfehlen — mit klaren Zahlen.
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| Tool | Score | Preis | |
|---|---|---|---|
| Top Shopify | 9/10 | ab 29$/Monat | Testen |
| BigCommerce | 7.5/10 | ab 29$/Monat |
TL;DR: BigCommerce ist eine solide Enterprise-Plattform mit echten Stärken — vor allem keine Transaktionsgebühren und native B2B-Features. Für den deutschen Markt ist es jedoch der falsche Griff: kein SEPA, kein deutschsprachiger Support, kaum DACH-Apps. Für 95% der deutschen E-Commerce-Unternehmen ist Shopify die bessere Wahl — und das sage ich als jemand, der BigCommerce ernsthaft evaluiert hat.
Shopify 3 Tage kostenlos testen →BigCommerce im Überblick — was bietet die Plattform?
BigCommerce wurde 2009 in Sydney gegründet, heute hat das Unternehmen seinen Hauptsitz in Austin, Texas, und ist seit 2020 an der NASDAQ notiert. Mit rund 60.000 aktiven Online-Shops weltweit ist BigCommerce eine Nischenplattform — zum Vergleich: Shopify betreibt über 2 Millionen Stores.
Was BigCommerce von anderen SaaS-Plattformen unterscheidet: Das System positioniert sich als “Open SaaS” — API-first, headless-ready, ohne proprietären Lock-in auf Zahlungsebene. Das klingt gut auf dem Papier. In der Praxis merkt man, dass diese Offenheit eine Kehrseite hat: Mehr Konfigurationsaufwand, dünneres App-Ökosystem, weniger Plug-and-Play.
Kernzielgruppe von BigCommerce: Mid-Market bis Enterprise-Unternehmen mit B2B-Anteilen, komplexen Produktkatalogen und bestehenden ERP-Systemen (SAP, Oracle). Kleinstunternehmer und Starter sind bei BigCommerce definitiv falsch.
Ich habe BigCommerce 2023 für einen deutschen Großhändler ernsthaft evaluiert — Jahresumsatz knapp 3 Millionen Euro, B2B-Anteil 40%, SAP-Anbindung nötig. Das Fazit damals war eindeutig: Die B2B-Features waren beeindruckend. Aber der Aufwand für DACH-Compliance hat das Team abgeschreckt. Wir sind bei Shopify Plus geblieben.
BigCommerce Preise 2026 — alle Tarife im Überblick
BigCommerce strukturiert seine Tarife nach GMV-Obergrenzen — ein Modell, das du kennen musst, bevor du buchst:
| Tarif | Preis (jährlich) | GMV-Grenze/Jahr | Transaktionsgebühren |
|---|---|---|---|
| Standard | 29$/Monat | 50.000$ | Keine |
| Plus | 79$/Monat | 180.000$ | Keine |
| Pro | 299$/Monat | 400.000$ | Keine |
| Enterprise | individuell | individuell | Keine |
Was die GMV-Grenzen bedeuten: Wenn dein Brutto-Warenwert über die Grenze geht, wirst du automatisch auf den nächsthöheren Tarif upgegraded. Bei Shopify gibt es solche Grenzen nicht — du zahlst dieselbe monatliche Gebühr, egal ob du 10.000 oder 10 Millionen Euro Umsatz machst.
Wo BigCommerce beim Preis wirklich punktet: Keine Transaktionsgebühren. Das ist nicht nichts. Wer Shopify mit Stripe (also Shopify Payments aktiviert) betreibt, zahlt keine Transaktionsgebühren — aber wer andere Zahlungsanbieter nutzt, zahlt 0,5–2% extra. Für B2B-Shops mit Wire-Transfers oder komplexen Zahlungsflows macht das einen Unterschied.
Meine Kalkulation für einen 500.000€/Jahr-Store:
- BigCommerce Pro: 299$/Monat = 3.588$/Jahr
- Shopify Advanced: 299$/Monat = 3.588$/Jahr (ohne Transaktionsgebühren bei Shopify Payments)
- Bei Nutzung von Stripe direkt (ohne Shopify Payments): Shopify kostet zusätzlich 0,5% × 500.000€ = 2.500€/Jahr extra
Das Argument ist real — aber es gilt nur, wenn du bewusst nicht Shopify Payments nutzen kannst oder willst.
BigCommerce Stärken: Keine Transaktionsgebühren, Multi-Storefront und B2B
Keine Transaktionsgebühren — der stärkste Vorteil
Ich nenne das noch einmal explizit, weil es bei der Plattformwahl unterschätzt wird. Auf keinem BigCommerce-Plan werden Transaktionsgebühren berechnet — weder auf Standard, noch auf Plus oder Pro. Du zahlst nur, was dein Zahlungsanbieter (Stripe, PayPal, Braintree) berechnet.
Für Shops mit hohem Warenkorbwert (z.B. B2B-Bestellungen ab 500€ durchschnittlich) summiert sich das schnell.
Multi-Storefront — native Mehrmarken-Lösung
Ab BigCommerce Plus kannst du mehrere Storefronts aus einer einzigen Backend-Instanz betreiben. Das ist für Marken mit mehreren Vertriebslinien oder internationalen Märkten ein echter Vorteil — ohne separate Instanzen, ohne doppelten Verwaltungsaufwand.
Shopify bietet Multi-Store ebenfalls, aber das kostet pro Store eine separate Subscription. Mit Shopify Markets kannst du Internationalisierung abbilden, aber mehrere echte Storefronts mit unterschiedlichen Designs kosten extra.
Native B2B-Features
BigCommerce hat Customer Groups, Price Lists und Quote-Management nativ im Backend — kein App notwendig. Für Shops mit Großkundenpreisen, Staffelpreisen oder individuellen Kundenkonditionen ist das relevant.
Bei Shopify brauchst du für vergleichbare B2B-Funktionalität entweder Shopify Plus (dann inklusive B2B-Modul) oder eine App wie Wholesale Gorilla oder Pricify. Das kostet extra — 29–99$/Monat für die App, je nach Umsatz.
Headless-freundliche Architektur
BigCommerce hat sehr saubere REST- und GraphQL-APIs. Für Composable-Commerce-Projekte mit eigenem Frontend (Next.js, Nuxt, React) ist BigCommerce eine legitime Backend-Option. Die Dokumentation ist gut, die API-Limits großzügig.
BigCommerce Schwächen: App-Ökosystem, DACH-Support, Skalierungsgrenzen
Das App-Ökosystem ist dramatisch kleiner
BigCommerce hat rund 1.200 Apps im Marketplace. Shopify hat 9.000+. Das klingt wie eine Marketing-Kennzahl, ist aber in der Praxis spürbar: Viele DACH-spezifische Tools (Weclapp, Billbee, sevDesk, easybill) haben Shopify-Integrationen — aber keine BigCommerce-Anbindung.
In unserem unserem Shop nutzen wir 11 Shopify-Apps für Buchhaltung, Marketing, Lagerhaltung und Kundenkommunikation — alle mit nativem Shopify-Connector. Für BigCommerce wären es bei 3 Apps Custom-Integrationen nötig gewesen.
Kein deutschsprachiger Support
BigCommerce bietet Kundensupport auf Englisch. Punkt. Für kleinere Teams ohne English-native Mitarbeiter ist das ein echter Reibungspunkt. Shopify hat seit Jahren deutschen Support — per Chat, Mail und Telefon.
DACH-Tauglichkeit ist begrenzt
Das ist der Punkt, der für die meisten deutschen Merchants den Ausschlag geben sollte:
SEPA-Zahlungen: BigCommerce unterstützt SEPA nicht nativ. Du brauchst Stripe + SEPA-Aktivierung — das geht, ist aber mehr Setup als bei Shopify Payments wo SEPA out-of-the-box aktiviert ist.
Klarna: Klarna ist für Deutschland, Österreich und die Schweiz unverzichtbar. Bei BigCommerce läuft Klarna über eine Drittanbieter-App — Klarna Payments läuft zwar über Stripe, aber die native Klarna-Integration fehlt.
DSGVO-Compliance: Beide Plattformen sind DSGVO-konform nutzbar, aber BigCommerce erfordert mehr manuelle Konfiguration. Cookie-Banner, Datenschutzseiten, DSGVO-konforme Analytics — Shopify hat dafür mehr fertige Lösungen im App-Store.
Mehrwertsteuer: BigCommerce hat ein eingebautes Tax-Tool, aber die DACH-spezifische Steuerlogik (7% vs. 19% MwSt., OSS-Verfahren für EU-Verkäufe) muss manuell konfiguriert werden. Shopify hat mit dem Deutschland-Profil in Shopify Tax bessere Automatisierung.
GMV-Obergrenzen sind ein Risikofaktor
Das BigCommerce-Pricing-Modell mit GMV-Grenzen bedeutet: Bei schnellem Wachstum steigen die Kosten automatisch. Wer z.B. mit Standard (50.000$ GMV/Jahr) startet und auf 60.000$ wächst, wird automatisch auf Plus (79$/Monat) hochgestuft — ohne aktive Entscheidung.
Shopify hat keine GMV-Grenzen. Du zahlst dieselbe monatliche Gebühr unabhängig vom Umsatz — das macht die Kostenplanung deutlich einfacher.
BigCommerce vs. Shopify — der Enterprise-Vergleich
Ich vergleiche hier die beiden Plattformen auf Pro/Advanced-Niveau, weil das die Zielgruppe von BigCommerce ist:
| Kriterium | BigCommerce Pro | Shopify Advanced |
|---|---|---|
| Preis (monatlich, jährlich) | 299$ | 299$ |
| Transaktionsgebühren | Keine | 0,5% bei Fremd-Zahlern |
| Apps | ~1.200 | 9.000+ |
| Multi-Storefront | 8 Storefronts | Separat kostenpflichtig |
| B2B nativ | Ja (Customer Groups, Price Lists) | Nur Shopify Plus (ab 2.500$/Mo) |
| SEPA nativ | Nein | Ja (Shopify Payments) |
| Klarna nativ | Nein | Ja (Shopify Payments) |
| DACH-Support | Nein | Ja (DE Support) |
| Headless/API | Sehr gut | Gut (Hydrogen Framework) |
| GMV-Grenze | 400.000$/Jahr | Keine |
Mein Fazit aus dem Vergleich: BigCommerce gewinnt auf API-Flexibilität, B2B-Features und — bei bewusster Nutzung von Nicht-Shopify-Payments — auf Transaktionsgebühren. Shopify gewinnt auf App-Ökosystem, DACH-Tauglichkeit, Support und Kostenplanbarkeit.
Für Shopify Plus vs. BigCommerce Enterprise: Shopify Plus startet bei 2.500$/Monat mit unbegrenztem GMV. BigCommerce Enterprise ist oft teurer bei vergleichbarem Umsatz — dafür bekommst du mehr API-Freiheit.
Mehr zum Thema Shopify-Kosten findest du in unserem Artikel Shopify Kosten im Überblick.
BigCommerce für den deutschen Markt — was ist zu beachten?
Wenn du trotz der Einschränkungen BigCommerce für den DACH-Markt evaluierst, hier die wichtigsten Praxistipps:
Zahlungsmethoden:
- Stripe aktivieren und SEPA Debit explizit einschalten (in Stripe-Dashboard, nicht in BigCommerce)
- Klarna über Stripe Klarna Payment Method aktivieren — funktioniert, aber kein nativer BigCommerce-Klarna-Checkout
- PayPal nativ verfügbar
DSGVO:
- Cookiebot oder Cookiefirst als App einbinden (BigCommerce hat keine native Cookie-Consent-Lösung)
- Datenschutzseite und Impressum manuell als statische Pages anlegen
- Google Analytics: Erst aktivieren nach Cookie-Consent-Integration
Steuer:
- BigCommerce Tax (intern) für DE konfigurieren: 19% Standard, 7% ermäßigt
- OSS-Verfahren (One-Stop-Shop) für EU-Verkäufe über 10.000€/Jahr einrichten — BigCommerce unterstützt Multi-Tax-Zones
- DATEV-Export: Kein nativer Connector vorhanden — du brauchst einen Custom-Export oder Middleware (z.B. Billomat, FastBill via API)
Buchhaltung:
- Keine native sevDesk-, Lexoffice- oder DATEV-Integration vorhanden
- Alternative: Xero hat einen BigCommerce-Connector; damit Buchhaltung für DE-Anforderungen abdeckbar
Sprache:
- BigCommerce Admin ist englisch — kein deutsches Backend
- Storefront kann deutsch sein (über Language-Files konfigurierbar)
Für wen ist BigCommerce die richtige Wahl?
Nach allem was ich über BigCommerce weiß, ist es die richtige Plattform für:
Ja zu BigCommerce wenn:
- Du ein international ausgerichtetes Unternehmen mit US/UK als Hauptmarkt betreibst und DACH ein Nebenmarkt ist
- Du ein B2B-lastiges Geschäft mit Staffelpreisen, Customer Groups und Angebotsworkflows hast — und nicht Shopify Plus Budget hast
- Du eine headless Commerce-Architektur aufbauen willst mit eigenem Frontend, und BigCommerce als Commerce Engine nutzt
- Du konsequent Stripe als Zahlungsanbieter nutzt und Shopify Payments explizit nicht willst
Nein zu BigCommerce wenn:
- Dein Hauptmarkt Deutschland, Österreich oder die Schweiz ist
- Du SEPA, Klarna oder Sofortüberweisung nativ brauchst
- Du auf deutschsprachigen Support angewiesen bist
- Du schnell wachsen willst und keine GMV-Obergrenzen im Pricing hast
- Du mehr als 5 Tools aus dem DACH-E-Commerce-Ökosystem integrieren musst
Für die meisten deutschen E-Commerce-Unternehmen ist die Antwort eindeutig: Shopify ist die bessere Wahl. Nicht weil BigCommerce schlecht ist — sondern weil der Aufwand für DACH-Tauglichkeit hoch ist und das App-Ökosystem den deutschen Markt schlicht weniger gut abdeckt.
Wenn du nach Shopify-Alternativen suchst, die DACH-tauglich sind: Shopware bleibt die ernsthafte Open-Source-Alternative für komplexe deutsche Anforderungen. Für Enterprise ist Shopify Plus mit Shopify Markets die effizienteste Lösung für internationale DACH-Händler.
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FAQ: BigCommerce Test 2026
Was kostet BigCommerce im Vergleich zu Shopify?
BigCommerce Standard kostet 29$/Monat (jährlich), Shopify Basic ebenfalls 29$/Monat. Die Kernunterschiede: BigCommerce hat keine Transaktionsgebühren auf keinem Plan, Shopify berechnet 0,5–2% bei Fremd-Zahlungsanbietern. BigCommerce hat GMV-Obergrenzen (Standard: 50.000$/Jahr), Shopify nicht. Bei mittlerem Umsatz (100.000–500.000€/Jahr) mit Shopify Payments sind die Gesamtkosten annähernd gleich.
Hat BigCommerce Transaktionsgebühren?
Nein — BigCommerce erhebt auf keinem Tarif eigene Transaktionsgebühren. Das ist einer der deutlichsten Vorteile gegenüber Shopify (das bei Fremd-Zahlungsanbietern 0,5–2% berechnet). Du zahlst nur die Gebühren des Zahlungsanbieters selbst (z.B. Stripe: 1,4% + 0,25€ für EU-Karten).
Ist BigCommerce für den deutschen Markt geeignet?
Eingeschränkt. BigCommerce funktioniert technisch in Deutschland, aber SEPA und Klarna sind nicht nativ integriert, der Support ist nur auf Englisch, DSGVO-Compliance erfordert manuelle Konfiguration, und die meisten DACH-spezifischen Tools (sevDesk, Lexoffice, Billbee) haben keinen nativen BigCommerce-Connector. Für DACH-primäre Shops ist Shopify die deutlich bessere Wahl.
BigCommerce oder Shopify Plus — was ist besser?
Für internationale Enterprise-Unternehmen mit B2B-Schwerpunkt und US/UK als Hauptmarkt kann BigCommerce Enterprise eine valide Wahl sein — besonders wenn du headless bauen willst. Für DACH-Merchants ist Shopify Plus (ab 2.500$/Monat) fast immer besser: natives SEPA, Klarna, Shopify Markets für Internationalisierung, 9.000+ Apps und deutschsprachiger Support. Der Shopify Plus B2B-Modus (ab 2024 deutlich ausgebaut) hat die Lücke zu BigCommerce im B2B-Bereich deutlich verkleinert.
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